Mantra: Aus der Stille in die Stille

Mantra: Aus der Stille in die Stille

von Anne Tusche


Die Stille, in die ein Mantra führen kann, meint nicht die Stille, die das Gegenteil von laut, von hörbaren Geräuschen ist, auch wenn bereits nur diese Art von Stille in unserem hektischen lauten Alltag erstrebenswert ist. In ihrer letzten Konsequenz bedeutet die durch ein Mantra offenbarte Stille die vollständige Enthaftung jeglicher Identifikation, Definition und Anhaftung an die eigenen vergänglichen Geschichten der Persönlichkeit, die als sterbliches „ich“ erfahren wird.

So bedeutet das Wort Mantra, dass es den Menschen durch seine Führung aus den Fesseln der Welt der Erscheinungen befreit. Die Befreiung offenbart naturgemäß eine unendliche Stille, die keinen Anfang und kein Ende kennt, die unsterblich ist. Wie kann ein Mantra dies bewirken?

Lucie Beyer Bewegung in Leichtigkeit

Wort- und Klangmuster bilden
Ein Mantra bildet durch permanente Wiederholung ein Wort- und Klangmuster. Durch die Wiederholung von bestimmten Gedanken- und Gefühlsabläufen, von Reaktionen und Verhalten entstehen in unserem Leben Gedanken- und Gefühlsmuster, Reaktions- und Verhaltensmuster bis hin zu Lebensmustern. Man kann sagen, durch die Wiederholung bestimmter Gedanken errichten wir selbst wirksame „Gedankenmantren“ aus Worten, Bildern, Vorstellungen, die bewirken, dass unsere gesamte Persönlichkeit in Anpassung an diese bestimmten vergänglichen Gedanken-, Sicht- und Vorstellungsmuster im Leben agiert. 

Dass Worte wirken, kann jeder nachvollziehen. Worte können in den Himmel führen oder einen Abgrund eröffnen, sie können Frieden und Glück bewirken oder verletzen. Worte haben einen unmittelbaren Einfluss auf uns, indem unser Gedanken-Gefühls-Wahrnehmungs-System sie mittels unserer Persönlichkeit verarbeitet. Genauso verhält es sich mit Klang. Auch Klänge können uns begeistern oder uns vergraulen, sie können uns traurig stimmen oder uns beglücken..

Schwingungsmustern anpassen
Trifft nun das Schwingungsmuster eines Mantras auf unser Persönlichkeitsmuster, kann man beobachten, wie sich die einzelnen Bestandteile der Persönlichkeit – die Schwingungsmuster der Persönlichkeit - allmählich an das Klang- und Wortmuster, das Schwingungsmuster des Mantras anpassen. Ein Mantra zieht die Aufmerksamkeit, mit der wir zuvor in unseren Persönlichkeitsmustern rotierten, ab und richtet sie auf den Inhalt des Mantras. Der Inhalt eines Mantras umschreibt mit seinen Worten das Ewige, das Unvergängliche, die Stille. Die Aufmerksamkeit, die zuvor angehaftet war an die Vorgänge der vergänglichen Persönlichkeit und sich damit als sterblich erfährt, haftet sich nun an Wort-Klangmuster, die das Unvergängliche umschreiben. Dringen diese Wortklänge in unser System, bewirken sie den Entzug der Aufmerksamkeit auf die vergänglichen Geschichten der eigenen Person und damit die Ent-Identifikation der Persönlichkeit.

Ein Mantra wirkt, indem es zunächst die Gedanken besetzt, von dort aus die Gefühle, die inneren Wahrnehmungsorgane, die Sichtweisen, die Verhaltensweisen, die Reaktionen, das Bewusstsein. Es taucht im Alltag in den unmöglichsten Situationen auf und garantiert schließlich eine penetrante Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Doch es ist diese Art von Besetzung, die veranlasst, dass sich die gesamte Persönlichkeit allmählich der Essenz des Mantras anpasst. Die Führung des Mantras besteht darin, alle Schwingungsmuster der Persönlichkeit dem Schwingungsmuster seines Inhalts anzupassen. Das Ergebnis ist die Wandlung der Persönlichkeit in das Mantra. Dies ist gleichbedeutend mit der Auslöschung der Persönlichkeit, die Offenbarung der unsterblichen Stille, eine komplette Enthaftung aller persönlichen Geschichten. 

Aufmerksamkeit haben
Am Ende steht die Erkenntnis, dass es die Aufmerksamkeit selbst ist, die sich auf sich selbst richtet und dadurch alle Vorgänge von persönlichen vergänglichen Geschichten beendet. Die Aufmerksamkeit selbst ist das Ewige, das in der Verfolgung und Anhaftung an Vergängliches die Illusion von Sterblichkeit erzeugt. Stille, Aufmerksamkeit, die eigene Unsterblichkeit, sie sind schließlich eine alte Bekannte, die schon immer anwesend war, doch durch die Anhaftung an Gedanken und Gefühle stets übersehen wurde. Und trotz der alten Bekannten ist die Erfahrung dieser Stille doch völlig anders als alles durch Gedanken Vorgestellte.

Wer nun meint, das sei ja eine prima einfache Methode zur Erleuchtung zu gelangen, der irrt leider. Die mechanische Wiederholung nützt nichts, weil nicht die gesamte Persönlichkeit beteiligt ist. Ausschlaggebend für diesen Prozess ist Sehnsucht, die überhaupt das Bedürfnis erzeugt, an ein Mantra gebunden zu werden. Sehnsucht als ein süß-schmerzliches Leiden weckt die Bereitschaft der Hingabe, lässt fühlen, dass ihre einzige Erfüllung in der Auslöschung aller persönlichen Anhaftung liegt. Ein Mantra zu singen muss ersehnt werden. Bereits das Singen muss als erfüllend gefühlt werden. In dieser Weise wird der Mantraprozess zum Selbstläufer.

Anne Tusche

Anne Tusche komponiert und textet spirituelle Lieder und vertont Mantren. Sie leitet in Berlin Chantinggruppen und begleitet Menschen in spirituellen Prozessen.  

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