Selbsterforschung mit Kundalini Yoga

Selbsterforschung mit Kundalini Yoga

von Christine Bhajan Kaur Glander-Rieker 

„Es ist Dein Geburtsrecht glücklich zu sein.“ Yogi Bhajan

Die Folgende schöne Geschichte habe ich über Yogi Bhajan, Meister des Kundalini Yoga, gehört. Jemand fragte: „Yogi Ji, jetzt haben wir schon so viel geübt und so viel gelernt und doch weiß ich eines immer noch nicht: Was ist die Seele? Kannst Du uns bitte erklären, was sie in Wahrheit ist: Die Seele?“ Yogi Bhajan in seiner unvergleichlichen Art lächelte verschmitzt und antwortete: „Nichts leichter als das. Die Seele ist wie ein glitzernder Staub in deiner Aura, überall, und sie wiegt in etwa 100 Gramm.“ - Verschiedene Yogis sollen daraufhin erhebliche Anstrengungen unternommen haben, diese Gewichtsangabe zu überprüfen. 

Doch was spiegelt diese Geschichte? Unter anderem wohl, dass wir nicht allein sind mit der Frage, wer wir sind und woher wir kommen. Wir üben Yoga, Kundalini Yoga, es tut uns gut, wir fühlen uns, werden klarer, kräftiger, bewusster, fröhlicher, gesünder ...
Und für manche werden die Fragen drängender, wer bin ich wirklich, wozu bin ich hier, was ist meine Wirklichkeit und was habe ich hier zu verwirklichen. Es ist vielleicht die Frage nach dem Sinn, die sich manchen von uns so deutlich stellt.  

Wenn wir Yoga als spirituellen Weg begreifen, dann geht es mit C.G. Jung gesprochen darum, den tiefinneren Seelenkern zu entdecken und das Selbst zu entfalten. Das klingt gut und ist doch oftmals schwer, weil wir nur allzu leicht das, was das Selbst ist, verwechseln mit dem, was das Ego will. Es ist der Mangel an Selbstwert, Selbstliebe, Selbstgefühl, der Unzufriedenheit und Schmerz erzeugt. Er kommt daher in mannigfaltiger Verkleidung, als Traurigkeit oder Opferhaltung genauso wie im Mantel des Erfolgs und des Ehrgeizes. Gelingt es aber, das Selbst ins Leben zu bringen, so fühlen wir uns verbunden, ganz und vollständig, einfach perfekt wie wir sind und die meisten Menschen nennen sich in diesem Moment glücklich. Was unser Geburtsrecht ist, ist Wirklichkeit.  

Yogaübung

 „Du bist kein menschliches Wesen, das eine spirituelle Erfahrung macht. Du bist ein spirituelles Wesen, das eine menschliche Erfahrung macht.“ Yogi Bhajan

In jedem halbwegs ordentlichen YogaReader kann man lesen, dass Yoga einen ganzheitlichen Ansatz hat und dem Übenden zu einem Eins-Sein von Körper, Geist und Seele verhilft. Seele? Ganz sauber ausgedrückt ist das nicht, denn es geht in diesem
Zusammenhang um die Einheit von Körper, Geist und Emotion/Gefühl. Die Seele ist etwas, das wir sind, überall und wie ein glitzernder Staub in der Aura. Körper, Geist und Gefühl dagegen sind Dinge, die wir haben. Sie sind im Werkzeugkasten, der der Seele mitgegeben ist, um sich selbst zu erfahren und zu erkennen.

Die Kundalini Yogis stellen sich das so vor: Ungefähr am 120 Tag der Schwangerschaft zieht die Seele in den Körper ein. Das ist ein Fest. Über das offene Scheitelchakra kommt die Seele in den kleinen noch nicht fertig ausgereiften Körper und die Mutter beginnt in dieser Zeit, das Baby körperlich wahrzunehmen. Am Ende des Lebens, wenn die vorgegebene Anzahl von Atemzügen verbraucht ist und der Körper zum letzten Mal ausatmet, verlässt die Seele den Körper wieder. Sie geht unbeschadet und so wie sie gekommen ist, doch hat sie die menschliche Erfahrung dem Ursprung ein bisschen näher gebracht. Sie ist die ganze Zeit auf dem Weg nach Hause.
 
Die Seele selbst ist ohne Ende und ohne Anfang, bleibt (Bestand-)Teil der Weltenseele, ist rein und frei. Sie war, sie ist und sie wird sein, erfahrbar nur im Augenblick und in der
Gegenwärtigkeit. Wir meditieren auf das Eins-Sein in Allem: Ong sohong - der Ursprung und ich sind eins.  

„Der Mind wird zum Monster, wenn er dein Meister wird. Der Mind ist ein Engel, wenn er dir dient.“ Yogi Bhajan

Die Beziehung zwischen der unendlichen Seele und dem Selbst ist eng und unmittelbar. Das Selbst ist sozusagen der persönliche und individuelle Aspekt der Seele als Teil des
universellen Selbst. Wenn ich mich zum Beispiel im Moment großen Schmerzes nur und ausschließlich körperlich wahrnehme, bin ich nicht ich selbst, sondern identifiziert mit dem Körper, der einen zweifelsfrei existenziellen Aspekt meines Daseins ausmacht. Es bleibt, wie es ist, ich bin nicht identisch, sondern ich identifiziere mich und bin in dem Moment von dem mir Wesentlichen, dem Selbst, abgerückt und scheinbar getrennt. Wohl möglich, dass ich mich verlassen fühle. Dasselbe ist der Fall, wenn ich mich ausschließlich über meine Gefühle oder meinen Geist identifiziere.
 
Mit dem Geist hat es dabei seine besondere Tücke. Er ist so facettenreich, oft so schlau und intelligent, dass er sich selbst austrickst, er hat so viele Instanzen und alle reden immer mit. Das endlose Geplapper der Gedanken halten wir nur zu oft für geradezu einmalig und unvergleichlich erhaben, haben wir doch verinnerlicht uns als Menschen, als die Krönung der Schöpfung zu sehen. Und ja, mit vollem Recht bewundern wir begeistert  die Komplexität des Körpers, die Vielfältigkeit des Verstands und den Reichtum der Gefühle. Doch im Moment der Identifikation mit dem einen oder anderen, sind wir arm dran.  

„I am the light of the soul, I am bountiful, I am beautiful, I am bliss. I am, I am.”
(Mantra aus dem Kundalini Yoga)


Der Identität im Wesentlichen, im Selbst und in der Seele sind wir uns nur in Augenblicken bewusst und manchmal geht uns das Wissen darum über lange Zeit fast ganz verloren. Was wir spüren können ist Sehnsucht oder Mangel. Das Tor zur Seele ist Anahata, das Herzchakra. Die Wege mögen mannigfaltig sein, doch geht ein jeder durch dasselbe Tor, um in Verbindung zu sein mit der Quelle.
 
Um dieses Tor zu finden, zu öffnen und zu durchschreiten hilft uns alle Theorie wenig. Einen Weg zu gehen, bedeutet Erfahrungen zu machen. Das Kundalini Yoga hält einen schier überfließenden Schatz an Methoden und Techniken bereit, die uns zu ganz bestimmten Erfahrungen verhelfen. Wir müssen nicht warten bis uns zufällig, oder nicht, eine Möglichkeit für Erfahrung auf der Straße einholt, sondern wir können Kriyas und Meditationen bewusst einsetzen, um eine spezifische Erfahrung machen zu können. Das passiert in jeder Kundalini Yogastunde.
 
In Leipzig gibt es seit diesem Jahr eine Gruppe für Selbsterforschung mit Kundalini Yoga in der Tradition von Yogi Bhajan. In einem Abstand von ca. 2 Monaten trifft sich die Gruppe für einen ganzen Tag. Wir nutzen das ganze Spektrum des Kundalini Yoga für Erfahrung, Erkenntnis, Wachstum und Selbst-Verwirklichung. Es gibt eine thematische und methodische Struktur, die den Raum absteckt für individuelle und persönliche Selbsterfahrung und Selbsterforschung und den Austausch darüber in der sich vertraut werdenden Gruppe. Weitere Methoden wie das Malen von inneren Bildern, verschiedene Formen der Selbstbefragung in Zweier- und Dreierteams, kreatives Schreiben usw. vertiefen die Bewusstheit der Erfahrung und helfen, sie erinnerlich zu machen.

Autorin: Christine Bhajan K. Glander-Rieker

Christine Bhajan Kaur Glander-Rieker ist Soziologin. Sie leitet ein Yogazentrum in Leipzig und arbeitet als Teacher Trainer im Team von Satya Singh. 

Kundalini Yoga

Erfahre ein dynamisches und sehr spirituelles Yoga.

Felicja Faustyna

Felicja Faustyna

Eine Einführung in die Welt des Kundalini.

Übungen Yoga Kundalini

Kundalini Kriyas

Alle Yoga Kundalini Übungen detailliert erklärt in Wort und Bild.

Mehr über Selbsterforschung mit Kundalini Yoga

Hat Dir unser Artikel von Christine Bhajan Kaur Glander-Rieker über Kundalini Yoga gefallen oder hast Du bestimmte Aspekte vermisst? Dann schreib uns einfach. Natürlich kannst Du aber auch Mitglieder der Yoga-Community zu Rate ziehen oder im Yoga Forum über Selbsterforschung mit Kundalini Yoga diskutieren.

Robby Gill VICTORIA ALEXANDER Julia Annette Kosch Heike Lenz Paul Vermeulen Athalia Emich Nora Rogge Öhlinger Bettina Corny .. Ana B Larissa Wiedmann Matthias Ideal Sandra Wulf Carolina S. Yvonne Kefferstein Antje Larsen Florian Winkler Tina Blank Rica Haberbosch Doris Doris

Treffe Yogis aus deiner Umgebung!

Mitgliederübersicht
YOGA IST ... Berlin Antaria Yoga Walking Yogis JUMA YOGA Akademie für Heil-Yoga Nina Schweser Ashipita Spirit Yoga Jutta Issler SHIVASLOFT Yoga Inga Heckmann Stubai Touristik Pure Asana AlpenRetreat Heike Gross Max Strom Yvonne Coassin Fachausbildung Kundalini Yoga für Senioren in 3HO Goldener Berg Martinhal Beach Resort & Hotel

Partner aus deiner Umgebung!

Partnerübersicht

Schau mal vorbei