Yoga und Aufwachen

Yoga und Aufwachen - eine innere Erfahrung

von Christian Meyer


Der Mensch strebt danach, glücklich zu sein. Er verändert die Welt, um das Leben angenehmer, aber auch spannender und aufregender werden zu lassen. Er verändert sich selber, um lebendiger und ausgeglichener zu werden und um mit sich und der Welt im Einklang zu sein. Das eine ist die Reise nach Außen in die Welt hinein, das andere die Reise nach Innen. Seit Tausenden von Jahren machen Menschen diese Reise nach Innen mit dem Ziel, die Wahrheit zu entdecken - wie es die griechischen Weisen nannten - oder Erleuchtung zu finden, wie es die buddhistischen und christlichen Mystiker nennen, oder Befreiung zu finden, wie es im indischen Raum heißt, auch als Ziel des Yoga. Aufwachen oder Erwachen wird es heute meistens genannt.

Yogaübung

Aufwachen
Seit 20 Jahren ist dieses Ziel bei uns im Westen wieder angekommen. Seitdem gibt es zunehmend spirituelle Lehrer, die selber aufgewacht sind und ihre Schülerinnen und Schüler darin unterstützen, dieses Ziel zu erreichen. Bis 1990 hat kaum jemand etwas über das Aufwachen gehört, auch wenn die Bewegung um Osho viele Menschen neugierig gemacht hatte. Heute sind in den Buchläden ganze Regale gefüllt mit Büchern von gegenwärtigen erwachten spirituellen Lehrern und in nahezu jeder Stadt gibt es Treffen mit diesen spirituellen Lehrern - traditionell "Satsang", also "Zusammensein in der Wahrheit" genannt - das ist mehr als erstaunlich und wir können gespannt sein, wohin die Reise geht.

Yoga als ein Weg der Befreiung
Seit über 2500 Jahren ist das Yoga eine der wichtigsten Wege mit dem Ziel der Befreiung. Yoga hängt zusammen mit unserem Wortstamm "Joch"; ein Joch verbindet den Ochsen mit dem Wagen, Yoga handelt von der harmonischen Verbindung von Körper und Geist, von menschlichem und göttlichem. Natürlich kann man Yoga mit verschiedenen Zielen betreiben; vielleicht um sich im Körper mehr zu Hause zu fühlen oder um gesünder und leistungsfähiger zu werden oder vielleicht um innerlich zu mehr Gelassenheit und Ausgeglichenheit zu finden. Vielleicht aber auch, um wirklich aufzuwachen, Befreiung oder Erleuchtung zu finden.

Was bedeutet das "Aufwachen"? Wenn wir unsere Aufmerksamkeit nach Innen richten, kommen wir zuerst auf Gedanken, Bilder, dann nehmen wir Körperempfindungen war und verschiedene Gefühle. In diesem Raum halten sich die meisten Menschen auf. Der Verstand wird durchzogen von einem Strom von Gedanken, der nie abreißt. Das Leben wird begleitet von angenehmeren oder unangenehmeren Gefühlen. Wenn man sich jetzt noch tiefer nach Innen bewegt, beginnt zuerst ein leerer weiter Raum, der immer tiefer wird, in dem man sich hineinfallen oder hinein sinken lassen kann, der zunächst auch unheimlich ist und dann voller Frieden und zunächst mit einem zarten glücklich sein erfüllt. Je mehr man sich diesem tieferen weiten Raum zuwendet, desto stiller wird der Verstand.

Yogaübung

Sieben Schritte
Seit alters her versuchen die Menschen durch Meditation zu dieser inneren Stille zu finden. Dabei hat sich herausgestellt, dass die Beobachterposition, die der Meditierende einnimmt, den Menschen von seinen inneren Erfahrungen und Gefühlen entfremdet und entfernt. So kam es zu der Erkenntnis, dass es wesentlich lebendiger und transformierender ist, statt die Gefühle und Erfahrungen zu beobachten, sich von diesen Gefühlen und Erfahrungen vollständig erfassen zu lassen, ohne Abstand, ohne Absicht und ohne ein Tun. Dies ist einer der "Sieben Schritte", die man tun kann, um dem Aufwachen näher zu kommen; diese Sieben Schritte zum Aufwachen habe ich in der Arbeit mit Menschen über einen Zeitraum von 10 Jahren und durch die Erforschung verschiedener spiritueller Wege entwickelt. Tatsächlich wachen immer mehr Menschen auf oder machen doch wenigstens wesentliche und verändernde Erfahrungen auf dem Weg dorthin. Es scheint sehr viel leichter geworden zu sein und ist vielleicht auch ansteckend. Ein weiterer der "Sieben Schritte" besteht darin, den Körper wirklich durchlässig werden zu lassen, den Atem frei werden zu lassen und die körperlichen Blockierungen zu lösen. Dazu ist das Yoga besonders geeignet.


Empfehlungen für die Yogapraxis

Ich empfehle als spiritueller Lehrer, der Menschen darin unterstützt aufzuwachen, beim körperlichen Yoga auf folgende Punkte besonders zu achten:

  • Bei jeder Asana, bei jeder Bewegung immer auf die Einheit von Bewegung und Atem zu achten.
  • In jede Bewegung und jede Körperhaltung hineinzugehen mit dem Ausatmen und dabei die Anspannung loszulassen: mit der Entspannung denen sich die Muskeln. Yoga ist kein Kraftsport, sondern eine Übung im loslassen.
  • Wenn man in der Übung an der Grenze der Dehnung eine Anspannung spürt, dann ist es besonders wertvoll, in diese Anspannung hinein zu atmen, sich vorzustellen, wie der Atem die Anspannung schmilzt und beim Ausatmen wegfließen lässt, sodass du dich in die Anspannung hinein entspannst und dadurch die Anspannung löst.

Eins der grundlegenden Geheimnisse
Diese Haltung lässt sich auf das ganze Leben übertragen. Indem der Mensch gegen den Schmerz ankämpft und hinweg zu drängen versucht, erhöht er die Verkrampfung und die Anspannung und erzeugt vielmehr Schmerz, als ursprünglich da war. So schafft er unnötiges Leid. Dies ist eins der grundlegenden Geheimnisse des glücklich-werdens: den Schmerz, der schon da ist, nicht zu bekämpfen sondern sich hinein zu entspannen und zu schmelzen.
So kann das körperliche Yoga eingebettet sein in das Abenteuer des Lebens. Sich selber immer tiefer kennen zu lernen und zu entdecken, wer man wirklich ist. In sich ein Glück finden, das nicht abhängig ist von äußeren Umständen. Weil das Glück Deine eigene tiefere Natur ist, die gar nicht verschwinden kann.

Autor: Christian Meyer

Er ist spiritueller Lehrer, Diplom-Psychologe und Psychotherapeut. 1999 gründete er das spirituelle Zentrum „zeit-und-raum“ in Berlin. Seine Arbeit verkörpert die Verbindung von Spiritualität, Persönlichkeits-Entwicklung und Therapie und nutzt dafür das Enneagramm, Gestalttherapie, Körpertherapie, NLP, Hypnose und Familienaufstellungen. Er gibt Treffen, Seminare und Retreats in Deutschland und Europa.

Buchveröffentlichungen:
„Aufwachen - Der Weg der inneren Erfahrung“ Verlag J. Kamphausen 2009
„Texte zum Aufwachen“ Verlag zeit-und-raum 2009

 

Yoga und Aufwachen

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