Yoga Philosophie

Yoga-Philosophie als Weg zur Selbstreflexion

von Eckard Wolz-Gottwald


Yoga-Philosophie wird meist als Theorie des philosophischen Hintergrundes verstanden. So wichtig diese Theorien auch sind, so bilden sie doch nur die Oberfläche, die äußere Schale ab. Yoga-Philosophie im ursprünglichen Sinn will nicht nur Schale, sie will auch die Frucht sein. Die Konzepte zu studieren führt dazu, die Schale der Yoga-Philosophie zu kennen. Die Konzepte dazu nützen, über uns selbst etwas zu erfahren und eröffnet uns die wunderbare Möglichkeit, auch die Frucht der Yoga-Philosophie zu schmecken. Yoga-Philosophie wird so zum Übungsweg. Sie wird zur Übung der Bewusstseinsschulung. Yoga-Philosophie wandelt sich von der Yoga-Theorie zu Jñana-Yoga und zeigt sich so als ein Glied im großen Netzwerk der großen Yoga-Wege. So wie man im Yoga mit der Körperpraxis den Körper übt, so wird Yoga-Philosophie zum Übungsweg der Selbstreflexion. Die verschiedenen Übungswege können sich dann wechselseitig unterstützen. Die Körperübungen werden den Yoga-Philosophen erden. Und umgekehrt können wir durch das Üben der Yoga-Philosophie die Körperpraxis intensivieren. Es wächst die Klarheit darüber, was die Körperpraxis bezwecken soll. Wir können besser beurteilen, ob wir uns beim Üben auf dem richtigen Weg oder auf einem Abweg befinden, ob die gewählte Praxis die für uns geeignete ist oder ob eine andere Übungsform gewählt werden sollte. Yoga-Philosophie hilft, den ursprünglichen Sinn der eigenen Yoga-Praxis zu erfahren, zu erkennen, was Yoga ist und was Yoga will. 

Frau meditiert

Yoga-Philosophie als Aufstieg auf einen Berg
Yoga-Philosophie zu üben kann man sich vorstellen als die Vorbereitung, die Hilfsmittel und vielleicht auch die Wegzehrung für den Aufstieg auf den Berg des Yoga. Das Verstehen der Theorien verlangt viel Anstrengung und ein umfassendes Studium. Yoga-Theorien beeindrucken in ihrer Komplexität und Prägnanz. Theoretisches Wissen über Yoga kann Halt und Festigkeit geben. Je mehr Wissen wir ansammeln, desto mehr können wir auch festen Boden unter unseren Füßen gewinnen. Alles Nachdenken und alle Theorien über Yoga sind jedoch nur wie das vorbereitende Kreisen um den Berg, den wir eigentlich besteigen sollten. Komplizierte Theorien gehen dabei komplizierte Wege, einfache Theorien machen es sich etwas leichter. Immer jedoch verbleibt man beim Theoretisieren noch am Boden, am Fuße des Berges. Bei aller Bewegung, die sie verursachen, sind die Theorien es jedoch nicht, die zum Aufstieg führen. Aber wann geschieht nun endlich der Aufstieg? Aufsteigen heißt, das Wissen über Yoga auf uns selbst anzuwenden, den Weg des Wandels und der Transformation selbst zu gehen. Yoga-Philosophie wird zur Übung des Denkens, wenn nicht nur die Einsicht über  Yoga, sondern die Einsicht über uns selbst wächst. Auf den Berg des Yoga hinaufsteigen heißt: sich selbst verwandeln. Und wir verwandeln uns, wenn sich die Verspannungen, Unbewusstheiten und Getriebenheiten lösen und so Klarheit über unser wahres Selbst zu wachsen beginnt.  Dabei kann der Aufstieg der Yoga-Philosophie durchaus auch schwer sein. Er muss es aber nicht. Die einen lassen sich von einfachen Geschichten der Yoga-Philosophie inspirieren. Andere lieben die denkerische Herausforderung und werden eher durch die schwer zu verstehenden, abstrakten Formulierungen der Yoga-Sutras angesprochen. Das einzig Wichtige ist, sich durch die Beschäftigung mit Yoga-Philosophie verändern zu lassen, so dass Bewusstheit und Einsicht wachsen.

Von der Denk-Akrobatik zum Erfahrungsweg
Viele glauben, Yoga-Philosophie müsse schwer sein, kompliziert, abstrakt und gespickt mit Fachbegriffen aus dem Sanskrit. Der Denkakrobat mag andere Menschen in Staunen über seine außergewöhnlichen Fertigkeiten versetzen. Wie Yoga als Körperakrobatik kein echtes Yoga bedeutet, so berührt Yoga-Philosophie als Denkakrobatik auch nur die äußere Schale des Yoga und nicht das innere Leben. Yoga-Philosophie als Jñana-Yoga heißt, sich auf eine Forschungsreise nach dem verborgenen Schatz des Yoga zu begeben, der tief in unserem Inneren ruht. Yoga-Philosophie im ursprünglichen Sinn wird zu einem Erfahrungsweg. Yoga-Philosophie wird dann zu einem Weg, in dem wir nicht nur etwas über Yoga, sondern mehr über uns selbst erfahren, über unsere Unbewusstheiten und Getriebenheiten, aber auch über die Möglichkeiten, sie zu lösen, um uns so auf den Weg zu wachsender Bewusstheit und Klarheit zu machen. Den Weg des Yoga philosophisch zu gehen bedeutet, durch Selbstreflexion zuerst die Yoga-Praxis zu intensivieren, um dann jedoch das eigene Leben in neuer Bewusstheit zu erfahren.

Autor: Eckard Wolz-Gottwald

Yoga-Weisheit leben. Philosophische Übungen für die Praxis
Verlag Via Nova, Petersberg 2009, EUR 9.95

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